Familienabo vs. Einzelabos: Wann sich der Wechsel lohnt
Familientarife sind meist für vier bis sechs Konten ausgelegt und kosten weniger als zwei Einzelabos. Die rechnerische Schwelle liegt also bereits bei zwei Personen. Dass sie so oft nicht genutzt wird, liegt an der Entstehungsgeschichte der Abos, nicht am Preis.
Vergleich auf Basis öffentlicher Anbieterangaben. Verantwortlich für den Inhalt ist Leutrim Miftaraj, Innopulse Consulting GmbH, Zug. Wie wir recherchieren und korrigieren
Unsere Empfehlung
Unentschieden
Das Familienabo ab der zweiten Person — die Schwelle liegt niedriger, als die meisten annehmen.
Detaillierter Vergleich
| Kriterium | Familienabo | Einzelabos |
|---|---|---|
| Kosten bei einer Person | Höher | Niedriger |
| Kosten ab zwei Personen | Niedriger | Höher |
| Anzahl Konten | Meist vier bis sechs | Eines pro Abo |
| Getrennte Profile und Empfehlungen | Ja | Ja |
| Haushaltsbindung | Bei vielen Anbietern gefordert | Keine |
| Verwaltungsaufwand | Ein Vertrag, ein Zahler | Mehrere Verträge |
Die Schwelle liegt bei zwei, nicht bei vier
Der Begriff "Familientarif" führt in die Irre. Er suggeriert einen Haushalt mit Kindern, bei dem sich der Wechsel ab einer bestimmten Grösse rechnet. Rechnerisch stimmt das nicht: Weil Familientarife typischerweise unter dem Doppelten eines Einzelabos liegen, ist die Schwelle bereits bei zwei Personen überschritten.
Ein Paar mit zwei Einzelabos beim selben Anbieter zahlt also mehr als nötig — unabhängig davon, ob es sich als Familie versteht.
Warum das trotzdem so oft nicht genutzt wird
Die Ursache liegt in der Reihenfolge, in der Abos entstehen. Person A abonniert einen Dienst. Person B zieht später ein oder abonniert unabhängig davon denselben Dienst. Beide Abos laufen über getrennte Konten, getrennte Karten, getrennte Abrechnungen.
Es gibt keinen Moment, in dem beide Beträge nebeneinander stehen. Damit gibt es auch keinen Anlass, die Doppelung zu bemerken.
Was Anbieter tatsächlich verlangen
Die Bedingungen unterscheiden sich erheblich, und die Unterschiede sind kostenrelevant:
Haushaltsbindung. Viele Anbieter verlangen, dass alle Konten im selben Haushalt angemeldet sind, und prüfen das über die Netzwerkverbindung. Ein Familientarif für getrennt lebende Personen funktioniert bei diesen Anbietern nicht dauerhaft.
Keine Haushaltsbindung. Andere Anbieter — insbesondere bei Musik und teilweise bei Gaming — verzichten darauf oder prüfen nicht aktiv.
Regelmässige Bestätigung. Manche Dienste verlangen in Abständen eine Verbindung vom Haupthaushalt aus. Wer das versäumt, verliert den Zugang temporär.
Vor dem Wechsel lohnt der Blick in die Bedingungen des konkreten Anbieters. Ein Familientarif, der wegen der Haushaltsprüfung nicht nutzbar ist, spart nichts.
Der Wechsel selbst: Reihenfolge beachten
Beim Umstieg entsteht leicht dieselbe Doppelung, die man beseitigen wollte:
1. Familientarif abschliessen und die weiteren Konten einladen.
2. Erst danach die Einzelabos kündigen — jedes einzeln, jeweils am Abschlussort.
3. Prüfen, ob eines der Einzelabos über einen App-Store lief; dort wird separat gekündigt.
Der häufigste Fehler ist Schritt zwei, weil er von der Person ausgeführt werden muss, der das jeweilige Abo gehört — und nicht von derjenigen, die den Familientarif abgeschlossen hat.
Was danach zu erfassen ist
Nach dem Wechsel läuft ein Vertrag statt mehrerer, aber er wird von einer Person bezahlt und von mehreren genutzt. Für die Haushaltsübersicht bedeutet das: ein Posten, dessen Betrag höher ist als vorher der einzelne, in der Summe aber niedriger. Wer nur die eigene Karte betrachtet, sieht eine Erhöhung — die Ersparnis liegt auf dem Konto der anderen Person.
Häufige Fragen
Ab wie vielen Personen lohnt sich ein Familientarif?
Rechnerisch meist ab der zweiten Person, weil Familientarife typischerweise unter dem Doppelten eines Einzelabos liegen und für vier bis sechs Konten ausgelegt sind. Die verbreitete Annahme, es brauche vier Nutzer, trifft in der Regel nicht zu.
Müssen alle im selben Haushalt wohnen?
Das hängt vom Anbieter ab. Viele Streaming-Dienste verlangen einen gemeinsamen Haushalt und prüfen das über die Netzwerkverbindung. Bei Musik- und Gaming-Diensten ist die Bindung häufig lockerer. Die Bedingungen des konkreten Anbieters sind vor dem Wechsel zu prüfen.
Behalten alle ihre eigenen Profile?
Bei den meisten Anbietern ja — jedes Konto im Familientarif behält eigene Empfehlungen, Playlists und Fortschritte. Das ist ein Unterschied zum blossen Teilen eines Zugangs, bei dem sich alle Nutzungsdaten vermischen.
Was ist der häufigste Fehler beim Wechsel?
Dass die alten Einzelabos nicht gekündigt werden. Die Kündigung muss von der jeweiligen Kontoinhaberin oder dem Kontoinhaber ausgeführt werden, nicht von der Person, die den Familientarif abgeschlossen hat — und wird deshalb regelmässig vergessen.
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