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SPIEGEL+ vs. ZEIT Digital: Nachrichtenabos im Vergleich

Nachrichtenabos werden fast nie zum regulären Preis abgeschlossen, sondern über eine Aktion. Der Preisvergleich am Tag des Abschlusses ist deshalb wenig aussagekräftig. Was zählt, ist der Betrag nach Ablauf der Aktion — und ob man den Termin kennt.

Von AboTracker RedaktionZuletzt geprüft am

Vergleich auf Basis öffentlicher Anbieterangaben. Verantwortlich für den Inhalt ist Leutrim Miftaraj, Innopulse Consulting GmbH, Zug. Wie wir recherchieren und korrigieren

Unsere Empfehlung

Unentschieden

Kein Sieger nach Preis — beide arbeiten mit Einstiegsaktionen, deren Ende der eigentliche Kostenpunkt ist.

Detaillierter Vergleich

KriteriumSPIEGEL+ZEIT
Einstieg über Aktion
Üblich
Üblich
Preissprung nach Aktion
Ja, deutlich
Ja, deutlich
Abrechnungsintervall
Monatlich oder jährlich
Monatlich, Quartal oder jährlich
Digital und Print kombinierbar
Ja
Ja
Kündigung online möglich
Ja
Ja
Studierendentarif
Verfügbar
Verfügbar

Der Preis, der beworben wird, ist nicht der Preis, den man zahlt

Nachrichtenabos folgen im deutschsprachigen Raum fast durchgehend demselben Muster: ein niedriger Einstiegspreis für einen befristeten Zeitraum, danach der reguläre Tarif. Der Sprung zwischen beiden ist erheblich — es geht nicht um eine Anpassung um wenige Prozent, sondern häufig um ein Vielfaches.

Das ist weder unseriös noch versteckt; es steht in den Bedingungen. Es ist nur so, dass der Termin, an dem der Sprung stattfindet, typischerweise Monate nach dem Abschluss liegt und niemand ihn sich notiert hat.

Warum Nachrichtenabos besonders anfällig sind

Drei Eigenschaften kommen zusammen:

Der Betrag ist einzeln unauffällig. Ein Nachrichtenabo liegt in einer Grössenordnung, die auf dem Kontoauszug nicht stört. Erst die Summe mehrerer solcher Abos fällt auf — und dann meist im Rahmen einer allgemeinen Aufräumaktion.

Die Nutzung ist unregelmässig. Anders als bei einem Fitnessvertrag gibt es kein spürbares "ich gehe nicht mehr hin". Man liest mal mehr, mal weniger. Ein Abo, das man vier Monate nicht geöffnet hat, fühlt sich nicht gekündigt an.

Aktionen laufen still aus. Es gibt keine gesetzliche Pflicht, vor dem Ende einer Einführungsaktion gesondert zu erinnern. Die Umstellung erfolgt vertragsgemäss.

Was in Deutschland und Österreich gilt

Bei online abgeschlossenen Verbraucherverträgen mit deutschen Anbietern greift der Kündigungsbutton nach § 312k BGB: Die Kündigung muss auf derselben Website möglich sein, auf der der Vertrag geschlossen wurde, ohne Umweg über Telefon oder Brief. Wer auf einer Kündigungsseite in eine Warteschleife oder ein Kontaktformular mit Rückrufbitte geleitet wird, kann darauf bestehen.

Für Schweizer Nutzer, die bei einem deutschen Anbieter abschliessen, gilt das nicht automatisch — massgeblich ist das im Vertrag vereinbarte Recht.

Die einzige Massnahme, die wirklich hilft

Beim Abschluss eines Aktionsabos sofort zwei Daten notieren: das Ende der Aktion und den dann geltenden Preis. Beide stehen in der Bestellbestätigung. Nach diesem Datum entscheidet man neu — statt nach vierzehn Monaten festzustellen, dass acht davon zum vollen Tarif liefen.

Häufige Fragen

Warum wird mein Nachrichtenabo plötzlich teurer?

In den meisten Fällen ist keine Preiserhöhung erfolgt, sondern eine befristete Einstiegsaktion ausgelaufen. Der neue Betrag ist der reguläre Tarif, der von Anfang an in den Bedingungen stand. Eine gesonderte Erinnerung vor diesem Termin ist nicht vorgeschrieben.

Muss ich bei einem deutschen Anbieter online kündigen können?

Bei online geschlossenen Verbraucherverträgen mit deutschen Anbietern verlangt § 312k BGB einen Kündigungsbutton auf derselben Website. Eine Weiterleitung in eine Telefonhotline oder ein Rückrufformular genügt dieser Anforderung nicht.

Lohnt sich ein Jahresabo bei Nachrichten?

Rechnerisch meist ja, sofern das Abo tatsächlich zwölf Monate genutzt wird. Der Nachteil ist die Sichtbarkeit: Ein Jahresbetrag fällt einmal an und fehlt danach in jeder Monatsbetrachtung, was die Kündigungsentscheidung verzögert.

Wie finde ich heraus, wann meine Aktion endet?

Das Datum steht in der Bestellbestätigung und in der Regel auch in den Kontoeinstellungen des Anbieters. Es gehört zusammen mit dem danach geltenden Betrag notiert — das ist die einzige Angabe, aus der sich die tatsächlichen Jahreskosten ableiten lassen.

Alle Abos im Blick behalten

Mit AboTracker siehst du auf einen Blick, welche Abonnements du aktiv hast — und wann du kündigen musst.

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