Urban Sports Club vs. McFIT: Bindung und Kündigung
Der Preisvergleich zwischen einem Flexi-Modell und einem klassischen Studiovertrag geht am Kern vorbei. Entscheidend ist die Bindung: Ein günstiger Vertrag mit zwölf Monaten Laufzeit kostet bei drei Monaten tatsächlicher Nutzung mehr als ein teureres monatlich kündbares Modell.
Vergleich auf Basis öffentlicher Anbieterangaben. Verantwortlich für den Inhalt ist Leutrim Miftaraj, Innopulse Consulting GmbH, Zug. Wie wir recherchieren und korrigieren
Unsere Empfehlung
Unentschieden
Urban Sports Club bei der Flexibilität, McFIT beim Grundpreis — die Frage ist, welche der beiden Grössen im konkreten Fall teurer wird.
Detaillierter Vergleich
| Kriterium | Urban Sports Club | McFIT |
|---|---|---|
| Modell | Netzwerk aus Partnerstudios | Eigene Studios |
| Typische Bindung | Monatlich kündbar möglich | Häufig Laufzeitvertrag |
| Preisstufen | Mehrere, nach Umfang | Basis plus Zusatzoptionen |
| Ortsunabhängigkeit | Hoch, viele Partner | An Studiostandorte gebunden |
| Grundpreis | Höher bei hohen Stufen | Niedriger im Basistarif |
| Kündigungsweg | Online im Konto | Je nach Vertrag, teils schriftlich |
Der Vergleich, der tatsächlich zählt
Bei Fitnessverträgen wird fast immer der Monatsbeitrag verglichen. Das ist die falsche Grösse. Die relevante Zahl ist der Beitrag pro tatsächlichem Besuch über die gesamte Vertragslaufzeit — und die kennt man erst hinterher.
Ein Rechenbeispiel ohne konkrete Beträge, weil die Tarife regional und nach Studio variieren: Ein Vertrag mit zwölf Monaten Bindung und niedrigem Monatsbeitrag ist bei zwei Besuchen pro Woche günstig. Bei zwei Besuchen im Monat — dem realistischen Verlauf ab etwa März — ist derselbe Vertrag teurer als ein flexibles Modell zum doppelten Monatspreis, das nach drei Monaten beendet wird.
Bindung ist der eigentliche Kostenfaktor
Laufzeitverträge verlängern sich in der Regel automatisch, wenn nicht fristgerecht gekündigt wird. Die Frist läuft dabei nicht ab dem Kündigungswunsch, sondern ab dem Vertragsende. Wer im November merkt, dass er nicht mehr geht, hat bei einer dreimonatigen Frist zum Jahresende häufig bereits das nächste Jahr an der Backe.
In Deutschland gilt für nach dem 1. März 2022 geschlossene Verbraucherverträge: Nach Ablauf der Erstlaufzeit ist eine Verlängerung auf unbestimmte Zeit mit einer Kündigungsfrist von höchstens einem Monat zulässig — eine automatische Verlängerung um weitere zwölf Monate ist bei diesen Verträgen nicht mehr wirksam. Ältere Verträge können anderen Regeln unterliegen.
In der Schweiz gibt es keine entsprechende gesetzliche Begrenzung; hier gilt, was im Vertrag steht. Das macht das Nachlesen der eigenen Vertragsunterlagen zur wichtigsten Massnahme.
In Österreich ist bei unbefristeten Verträgen eine überlange Bindung im Verbrauchergeschäft angreifbar, die Details hängen jedoch vom konkreten Vertrag ab.
Wo das Geld typischerweise verloren geht
Nicht am zu teuren Tarif, sondern an drei Stellen:
- ·Der vergessene Kündigungstermin. Eine Frist, die man kennt und trotzdem verpasst, kostet eine volle Verlängerungsperiode.
- ·Das parallele Zweitabo. Fitness-App und Studiovertrag laufen häufig nebeneinander, weil die App im App-Store abgerechnet wird und auf dem Kontoauszug anders aussieht.
- ·Die Pause, die keine ist. Ruhezeiten verlängern bei vielen Verträgen die Laufzeit am Ende — das Abo endet dann später als gedacht.
Was zu erfassen ist
Bei jedem Fitnessvertrag gehören drei Daten notiert: Vertragsende, Kündigungsfrist und Kündigungsweg. Der Monatsbeitrag ist die am wenigsten wichtige dieser Angaben, weil er der einzige ist, den man ohnehin auf dem Kontoauszug sieht.
Häufige Fragen
Welcher Fitnessvertrag ist günstiger?
Der mit dem niedrigeren Grundpreis ist es nur bei durchgehender Nutzung über die volle Laufzeit. Bei nachlassender Nutzung kehrt sich das Verhältnis um, weil ein monatlich kündbares Modell beendet werden kann und ein Laufzeitvertrag weiterläuft.
Kann sich mein Fitnessvertrag automatisch um ein Jahr verlängern?
In Deutschland bei nach dem 1. März 2022 geschlossenen Verbraucherverträgen nicht mehr — dort ist nach der Erstlaufzeit nur eine unbefristete Verlängerung mit höchstens einmonatiger Kündigungsfrist zulässig. In der Schweiz gilt, was der Vertrag vorsieht.
Zählt eine Beitragspause als Kündigung?
Nein. Bei vielen Verträgen verlängert eine Ruhezeit die Gesamtlaufzeit um dieselbe Dauer am Ende. Das Vertragsende verschiebt sich dadurch nach hinten, was bei der Kündigungsplanung leicht übersehen wird.
Was mache ich, wenn ich die Kündigungsfrist verpasst habe?
Zunächst prüfen, ob der Vertrag überhaupt wirksam so lange bindet — bei deutschen Verbraucherverträgen ist die Verlängerungsregel begrenzt. Ansonsten sofort für den nächstmöglichen Termin kündigen und die Bestätigung schriftlich anfordern, damit sich die Frage nicht wiederholt.
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