Die Rechnung
Der übliche Jahresrabatt liegt bei etwa 15 bis 20 Prozent, was ungefähr zwei Gratismonaten entspricht. Die Bruchstelle liegt damit bei rund zehn Monaten Nutzung: Wer den Dienst länger als zehn Monate im Jahr nutzt, fährt mit dem Jahresabo günstiger.
Warum die Rechnung trotzdem oft falsch ausgeht
Weil die Nutzungsdauer bei Vertragsabschluss überschätzt wird. Der Rabatt wirkt im Moment der Entscheidung, die Nutzung zeigt sich erst danach.
Zwei Fälle, in denen das Jahresabo regelmässig zur Fehlentscheidung wird:
Saisonale Nutzung. Ein Sport-Streaming-Dienst wird während der Saison genutzt und danach nicht mehr. Hier ist das Monatsabo günstiger, obwohl der Jahrespreis niedriger aussieht.
Unsichere Lebenssituation. Bei einem möglichen Umzug, Auslandssemester oder Jobwechsel ist die Flexibilität mehr wert als der Rabatt.
Der Punkt, der die Sache entscheidet
Eine anteilige Rückerstattung gibt es bei Jahresabos in aller Regel nicht. Wer nach vier Monaten kündigt, hat den vollen Jahresbetrag bezahlt und bekommt nichts zurück — der Zugang bleibt bis Periodenende bestehen, das ist alles.
Beim Monatsabo ist der maximale Schaden ein Monatsbeitrag. Beim Jahresabo sind es bis zu elf.
Praktische Regel
Jahresabo bei Diensten, die seit mindestens einem Jahr durchgehend genutzt werden. Monatsabo bei allem Neuen und bei allem Saisonalen. Der Rabatt läuft nicht weg — man kann nach einem Jahr Monatsabo immer noch auf Jahreszahlung wechseln, dann aber mit Wissen statt mit Vermutung.
Ein Nebeneffekt, der selten mitgedacht wird
Jahresabos verschwinden aus der Wahrnehmung. Eine monatliche Belastung fällt beim Durchsehen des Kontoauszugs auf; eine jährliche nicht. Deshalb sind es fast immer Jahresabos, die jahrelang ungenutzt weiterlaufen — und deshalb müssen bei einer Bestandsaufnahme zwölf Monate geprüft werden, nicht drei.