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Ich habe eine Mahnung für ein gekündigtes Abo erhalten

Ignorieren Sie die Mahnung nicht — auch eine unberechtigte Forderung kann in ein Inkasso- oder Betreibungsverfahren münden. Widersprechen Sie schriftlich unter Beilage des Kündigungsnachweises und setzen Sie eine Frist. Zahlen Sie strittige Beträge nur unter ausdrücklichem Vorbehalt der Rückforderung.
Von AboTracker RedaktionZuletzt geprüft am

Rechtsstand nach Land getrennt. Verantwortlich für den Inhalt ist Leutrim Miftaraj, Innopulse Consulting GmbH, Zug. Wie wir recherchieren und korrigieren

Zuerst prüfen

Ein erheblicher Teil dieser Fälle klärt sich hier — bevor irgendetwas eskaliert werden muss.

  • Welchen Zeitraum betrifft die Mahnung? Die letzte reguläre Periode ist in der Regel geschuldet, auch nach wirksamer Kündigung.
  • Enthält die Forderung offene Geräteraten? Die laufen bei Telekomverträgen als eigener Vertrag weiter und erlöschen nicht mit der Tarifkündigung.
  • Ist ein Leihgerät nicht zurückgesandt worden? Router und TV-Boxen werden bei ausbleibender Rückgabe verrechnet, oft zum Neupreis.
  • Liegt Ihre Kündigungsbestätigung mit Enddatum vor?

Vorgehen in drei Stufen

  1. 1

    Schriftlich widersprechen, mit Nachweis

    Widersprechen Sie der Forderung schriftlich und legen Sie den Kündigungsnachweis bei — Einschreibebeleg, gesendete E-Mail oder Bestätigung. Nennen Sie Datum und Weg der Kündigung und das Vertragsende, das Sie für richtig halten. Setzen Sie eine Frist von zehn bis vierzehn Tagen für die Korrektur.

  2. 2

    Bei Inkasso: dem Inkassobüro ebenfalls widersprechen

    Ein Inkassobüro prüft die Forderung nicht selbst, es treibt sie ein. Widersprechen Sie deshalb dort separat und schriftlich, mit demselben Nachweis, und fordern Sie die Vorlage des Vertrags und der Kündigungsakte. Zahlen Sie nicht «zur Ruhe» — eine Zahlung kann als Anerkenntnis gewertet werden.

  3. 3

    Schlichtungsstelle einschalten

    Bleibt es bei der Forderung, ist die Schlichtungsstelle zuständig. Bei einem laufenden gerichtlichen Mahnverfahren gelten kurze Fristen für den Widerspruch — reagieren Sie dann sofort und ziehen Sie rechtliche Beratung hinzu.

Was hier nicht hilft

  • Die Mahnung ignorieren

    Auch eine unberechtigte Forderung kann in ein Inkasso- oder gerichtliches Verfahren münden. Dort gelten kurze Fristen, und wer nicht reagiert, verliert auch mit guten Argumenten.

  • Zur Ruhe zahlen

    Eine vorbehaltlose Zahlung kann als Anerkenntnis der Forderung gewertet werden. Wenn Sie zahlen, dann ausdrücklich «unter Vorbehalt der Rückforderung».

  • Nur beim Anbieter reklamieren, wenn schon ein Inkasso läuft

    Das Inkassobüro erfährt davon nicht automatisch. Widersprechen Sie beiden Stellen.

Rechtslage nach Land

Schweiz

OR / revDSG

Gegen eine Betreibung kann Rechtsvorschlag erhoben werden — dafür gilt eine kurze Frist ab Zustellung des Zahlungsbefehls. Bei Telekomverträgen ist die Ombudscom zuständig.

Deutschland

BGB / DSGVO

Gegen einen gerichtlichen Mahnbescheid kann innerhalb von zwei Wochen Widerspruch eingelegt werden. Ausserhalb des gerichtlichen Verfahrens genügt ein schriftlicher Widerspruch gegenüber Anbieter und Inkassobüro.

Österreich

ABGB / KSchG / FAGG

Gegen einen Zahlungsbefehl kann innerhalb der gesetzlichen Frist Einspruch erhoben werden. Ausserhalb dessen ist der schriftliche Widerspruch der richtige Weg.

Wer in Stufe 3 zuständig ist

Schweiz
Bei Telekommunikationsverträgen ist die Schlichtungsstelle Ombudscom zuständig. Bei anderen Verträgen die Stiftung für Konsumentenschutz oder das Konsumentenforum.
Deutschland
Bei Telekommunikation die Bundesnetzagentur, allgemein die Verbraucherzentralen. Für Online-Verträge bestehen zusätzlich aussergerichtliche Schlichtungsstellen.
Österreich
Bei Telekommunikation die Schlichtungsstelle der RTR, allgemein der Verein für Konsumenteninformation oder die Arbeiterkammer.

Häufige Fragen

Muss ich die letzte Rechnung zahlen?

In der Regel ja, wenn sie die Periode bis zum wirksamen Vertragsende betrifft. Strittig ist meist nur, wann dieses Ende war — und genau darauf sollte sich Ihr Widerspruch konzentrieren.

Bleiben offene Geräteraten trotz gekündigtem Tarif bestehen?

Die sind ein eigener Vertrag und laufen nach der Tarifkündigung weiter. Sie erlöschen nicht durch die Kündigung und sind in der Regel geschuldet.

Diese Darstellung dient der Orientierung und ersetzt keine Rechtsberatung. Für die Beurteilung eines Einzelfalls ist eine Rechtsanwältin oder ein Rechtsanwalt zuständig.

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