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Streaming-Dienste im Vergleich 6 Min. Lesezeit
AboTracker RedaktionZuletzt aktualisiert am

Werbefinanzierte Streaming-Tarife: wann sie sich lohnen

Leutrim Miftaraj

Gründer, Innopulse Consulting GmbH · AboTracker

Was sich tatsächlich unterscheidet

Der Preisunterschied zwischen werbefinanzierter und werbefreier Stufe ist bei den meisten Anbietern erheblich. Was man dafür in Kauf nimmt, geht über die Werbung hinaus — und die zusätzlichen Einschränkungen sind der eigentliche Entscheidungspunkt:

  • ·Werbeunterbrechungen in unterschiedlicher Länge und Frequenz
  • ·Eingeschränkte Downloads — bei einigen Anbietern gar keine Offline-Nutzung
  • ·Niedrigere maximale Bildqualität bei manchen Diensten
  • ·Weniger parallele Streams
  • ·Einzelne Inhalte nicht verfügbar, weil die Lizenzen Werbefinanzierung nicht abdecken

Der letzte Punkt wird am häufigsten übersehen und ist am ärgerlichsten: Ein bestimmter Titel fehlt, und es gibt keinen Hinweis darauf, warum.

Die Frage ist nicht der Dienst, sondern seine Rolle

Ein Haushalt hat selten vier gleichwertige Streamingdienste. Es gibt in der Regel einen, der täglich läuft, und zwei bis drei, die gelegentlich geöffnet werden.

Für den Hauptdienst fallen die Einschränkungen ins Gewicht. Downloads für unterwegs, Bildqualität auf dem grossen Bildschirm und parallele Streams werden dort tatsächlich gebraucht. Die Werbeunterbrechungen treffen die Person, die am meisten schaut, am häufigsten.

Für Zweit- und Drittdienste kehrt sich das um. Wer einen Dienst einmal im Monat für einen Film öffnet, merkt von der Download-Beschränkung nichts, sieht die Werbung selten und braucht keine parallelen Streams. Der Preisunterschied wirkt trotzdem in voller Höhe.

Die Regel, die daraus folgt: Beim Hauptdienst die werbefreie Stufe, bei allen anderen die günstige. Das ist eine andere Empfehlung als "Werbetarife lohnen sich" oder "lohnen sich nicht", und sie führt bei den meisten Haushalten zum grössten Effekt.

Der Fall, in dem es nicht funktioniert

Kinderhaushalte. Werbung in Inhalten für Kinder ist ein eigenes Thema, und die Steuerungsmöglichkeiten unterscheiden sich stark zwischen den Anbietern. Wer das vermeiden will, sollte die werbefreie Stufe für den Dienst wählen, über den Kinderinhalte laufen — unabhängig davon, ob es der Hauptdienst ist.

Was vor dem Wechsel zu prüfen ist

Ob der Wechsel sofort wirkt. Bei den meisten Anbietern greift ein Downgrade erst zum Ende der laufenden Abrechnungsperiode. Wer mitten im Monat wechselt, zahlt den alten Preis zu Ende.

Ob der Wechsel umkehrbar ist. In der Regel ja, in beide Richtungen. Einzelne Anbieter knüpfen den Wechsel zurück zu einem alten Tarif jedoch an dessen Verfügbarkeit — ein einmal verlassener Alttarif ist manchmal nicht mehr buchbar.

Der zweite Punkt ist der wichtigere. Wer einen günstigen Alttarif verlässt, sollte prüfen, zu welchem Preis er zurückkäme. Bei einer Rückkehr zum aktuellen Listenpreis kann das Downgrade unterm Strich teurer werden.

Wie viele Profile enthalten sind. Bei einigen Anbietern reduziert die günstigere Stufe die Zahl der Profile oder der parallelen Streams — was in einem Mehrpersonenhaushalt die Einschränkung ist, die tatsächlich stört.

Die Alternative, die oft besser ist

Statt eines Downgrades: Rotation. Anstatt vier Dienste dauerhaft in der günstigen Stufe zu führen, führt man zwei in der werbefreien und wechselt die anderen anlassbezogen.

Rechnerisch liegt das häufig gleichauf, praktisch ist es angenehmer — man hat bei dem, was man tatsächlich nutzt, keine Einschränkungen.

Welcher Weg passt, hängt davon ab, ob die Nutzung im Haushalt gleichmässig verteilt ist oder auf einen Dienst konzentriert. Bei Konzentration ist die Stufenwahl der bessere Hebel, bei Verteilung die Rotation.

Häufige Fragen

Lohnt sich ein Werbetarif?

Beim Hauptdienst des Haushalts meist nicht, weil dort Downloads, Bildqualität und parallele Streams tatsächlich gebraucht werden. Bei Zweit- und Drittdiensten mit geringer Nutzung meist ja, weil der Preisunterschied voll wirkt und die Einschränkungen kaum auffallen.

Sind alle Inhalte auch im Werbetarif verfügbar?

Nicht durchgehend. Einzelne Titel fehlen, weil die Lizenzen eine werbefinanzierte Auswertung nicht abdecken. Ein Hinweis darauf erscheint in der Regel nicht — der Titel ist einfach nicht da.

Kann ich jederzeit zurückwechseln?

Meist ja, allerdings greift der Wechsel oft erst zum Ende der laufenden Abrechnungsperiode. Wichtiger: Ein verlassener günstiger Alttarif ist bei einzelnen Anbietern später nicht mehr buchbar — die Rückkehr erfolgt dann zum aktuellen Listenpreis.

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