Der Rechenfehler
Die übliche Bündelrechnung addiert die Einzelpreise aller enthaltenen Dienste und vergleicht die Summe mit dem Bündelpreis. So gerechnet spart praktisch jedes Bündel — das ist keine Erkenntnis, sondern die Konstruktion des Angebots.
Die richtige Rechnung addiert nur die Dienste, die Sie ohne das Bündel abonniert hätten.
Ein Bündel mit sechs Diensten, von denen zwei genutzt werden, konkurriert mit zwei Einzelabos, nicht mit sechs.
Die drei Fragen
- Welche der enthaltenen Dienste habe ich vorher bezahlt? Nur diese zählen.
- Welche würde ich einzeln abonnieren, wenn es das Bündel nicht gäbe? Ehrlich beantwortet ist diese Zahl meist kleiner als gedacht.
- Was kostet die Summe aus 1 und 2 gegenüber dem Bündelpreis?
Die Doppelung, die durch Bündel entsteht
Sie folgt einem festen Muster: Ein Dienst wird einzeln abonniert. Später kommt ein Bündel dazu — meist wegen eines anderen Bestandteils, häufig Cloud-Speicher. Das Bündel enthält den bereits abonnierten Dienst. Das Einzelabo läuft weiter.
Laufen beide über dasselbe Plattformkonto, erscheinen sie auf dem Kontoauszug als eine Buchung. Von aussen ist die Doppelung unsichtbar; sie steht nur in den Abo-Einstellungen der Plattform.
Der Prüfschritt gehört unmittelbar nach jeden Bündelabschluss.
Die häufigste Bündelquelle wird übersehen
Nicht die Ökosystem-Bündel, sondern Mobilfunk- und Internetverträge. Ihre höheren Stufen enthalten regelmässig Streaming-, Musik- oder Cloud-Dienste.
Der Grund für die Doppelung ist hier besonders klar: Der Mobilfunkvertrag wurde wegen des Datenvolumens abgeschlossen, nicht wegen des Streamingdienstes.
Zehn Minuten Aufwand mit regelmässig zweistelligem Monatsergebnis: Leistungsübersicht jedes Telekommunikationsvertrags einmal vollständig lesen und mit der eigenen Abo-Liste abgleichen.
Wann ein Bündel trotzdem sinnvoll ist
Wenn die Verwaltung selbst einen Wert hat: eine Abrechnung statt fünf, ein Kündigungstermin statt fünf.
Das ist ein legitimes Argument — es sollte nur als solches benannt werden und nicht als Ersparnis, die es nicht gibt.