Was sich ändert
Preise und Kataloge. Streaming- und Musikdienste haben länderspezifische Angebote und Preise. Beim Wechsel der Rechnungsadresse kann sich beides ändern — nach oben oder unten.
Die Abrechnungswährung. Ein Umzug von Deutschland in die Schweiz kann bedeuten, dass ein bislang in Euro abgerechnetes Abo in Franken oder umgekehrt läuft. Bei Fremdwährung kommt eine Kartengebühr hinzu.
Die anwendbaren Verbraucherschutzregeln. Der Kündigungsbutton nach § 312k BGB und die Begrenzung automatischer Verlängerungen nach § 309 Nr. 9 BGB knüpfen an deutsches Vertragsrecht an. Ein Umzug in die Schweiz führt bei neu geschlossenen Verträgen mit Schweizer Anbietern in ein deutlich anderes Regime.
Ortsgebundene Verträge
Fitnessstudios, lokale Vereine, regionale Zeitungsabos: Hier kann ein Umzug ein Sonderkündigungsrecht auslösen, wenn die Leistung am neuen Wohnort nicht mehr in Anspruch genommen werden kann.
Ob und unter welchen Voraussetzungen, hängt vom Vertrag ab. Viele Fitnessverträge sehen eine Kündigungsmöglichkeit gegen Nachweis vor — verlangt wird typischerweise eine Meldebescheinigung und teilweise ein Mindestabstand zum bisherigen Standort.
Wichtig: Diese Rechte sind meist an eine Frist ab dem Umzug gebunden. Wer sie erst Monate später geltend macht, kommt zu spät.
Was vor dem Umzug zu tun ist
- Liste aller Abos erstellen, mit Verlängerungsdatum und Kündigungsfrist.
- Ortsgebundene Verträge markieren und deren Kündigungsklauseln lesen. Diese Verträge zuerst bearbeiten, weil die Fristen kurz sind.
- Digitale Dienste prüfen: Ist der Dienst am Zielort verfügbar? Ändert sich der Preis?
- Rechnungsadresse und Zahlungsmittel planen. Manche Anbieter verlangen ein Zahlungsmittel aus dem Land der Rechnungsadresse.
Der Fall innerhalb der DACH-Region
Er wirkt harmlos und ist es nicht. Zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz unterscheiden sich Mehrwertsteuersätze, Kataloge und teilweise die Preise erheblich. Der Wechsel von Deutschland in die Schweiz führt zusätzlich aus dem EU-Verbraucherschutzrahmen heraus.
Bei Verträgen, die weiterlaufen sollen, ist die Rechtswahlklausel in den AGB die relevante Angabe: Sie bestimmt, welches Recht gilt — nicht der neue Wohnsitz.
Was nach dem Umzug typischerweise schiefgeht
Vergessene ortsgebundene Verträge. Das Fitnessstudio am alten Wohnort läuft weiter, weil die Kündigungsfrist länger ist als der Umzugsstress.
Doppelte digitale Abos. Am neuen Ort wird ein lokaler Dienst abonniert, der alte läuft weiter.
Gescheiterte Abbuchungen. Nach der Kontoumstellung schlagen Zahlungen fehl. Das ist unangenehm, aber auch eine Gelegenheit: Jede fehlgeschlagene Abbuchung macht ein Abo sichtbar, das sonst unbemerkt weitergelaufen wäre.