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Recht

Wie kündige ich die Abos einer verstorbenen Person?

Kurz beantwortet

Als Erbe treten Sie in die Verträge ein und können sie kündigen. Senden Sie die Kündigung mit einer Kopie der Sterbeurkunde und einem Nachweis der Erbenstellung an den Anbieter. Viele Unternehmen beenden Verträge in diesen Fällen kulanterweise sofort statt zum regulären Termin.

Von AboTracker RedaktionZuletzt geprüft am

Rechtsangaben mit Fundstelle, nach Land getrennt. Verantwortlich für den Inhalt ist Leutrim Miftaraj, Innopulse Consulting GmbH, Zug. Wie wir recherchieren und korrigieren

Die rechtliche Ausgangslage

Mit dem Erbfall gehen die Verträge des Verstorbenen grundsätzlich auf die Erben über. Sie werden Vertragspartner und können kündigen — mit den vertraglich vereinbarten Fristen.

Ausnahmen bilden Verträge, die auf die Person zugeschnitten sind und deren Erfüllung sinnlos wird; die Beurteilung hängt vom Einzelfall ab.

Was Anbieter typischerweise verlangen

  • ·Eine Kopie der Sterbeurkunde
  • ·Einen Nachweis der Erbenstellung — Erbschein, Testamentseröffnungsprotokoll oder, in der Schweiz, eine Erbenbescheinigung
  • ·Die Kunden- oder Vertragsnummer, soweit vorhanden

Ein beglaubigtes Original ist meist nicht nötig; eine Kopie genügt in der Regel. Verlangt ein Anbieter mehr, lohnt die Rückfrage — Erbscheine kosten Geld und sind nicht für jeden Vertrag erforderlich.

Kulanz ist verbreitet

Viele Anbieter beenden Verträge im Todesfall zum nächstmöglichen Zeitpunkt statt zum regulären Vertragsende und erstatten bereits gezahlte Beträge anteilig. Ein Anspruch darauf besteht nicht durchgehend, aber die Bitte lohnt sich.

Formulieren Sie sie ausdrücklich: "Ich bitte um sofortige Beendigung zum Todestag und um anteilige Erstattung bereits gezahlter Beträge."

Die schwierigere Aufgabe: die Abos finden

Sie ist meist grösser als die Kündigung selbst. Die üblichen Quellen:

  • ·Zwölf Monate Kontoauszüge — nicht drei, sonst fehlen die Jahresabos
  • ·Das E-Mail-Postfach, sofern zugänglich, mit Suchen nach Rechnung, Verlängerung, Mitgliedschaft
  • ·Die Abo-Listen in den Apple- und Google-Konten, sofern der Zugang besteht
  • ·PayPal und andere Zahlungsdienste
  • ·Der Papierordner mit Verträgen und Versicherungsunterlagen

Der Zugang zu digitalen Konten ist häufig das eigentliche Hindernis. Die Plattformen haben dafür eigene Verfahren für Hinterbliebene, die Nachweise verlangen und Zeit brauchen.

Praktische Reihenfolge

  1. Zuerst die teuren und langlaufenden Verträge — sie verursachen den grössten Schaden, wenn sie unbemerkt weiterlaufen.
  2. Dann die Zahlungswege sperren, aber erst, nachdem die Kündigungen versandt sind. Umgekehrt entstehen offene Forderungen.
  3. Zuletzt die kleinen digitalen Abos, die über App-Stores laufen.

Ein Hinweis zum Zeitdruck

Es besteht keiner, der eine überstürzte Bearbeitung rechtfertigen würde. Verträge, die einige Wochen weiterlaufen, verursachen überschaubare Kosten. Fehler bei der Erbenstellung oder vorschnell gesperrte Konten verursachen mehr Aufwand als die Beiträge.

Wenn Ihnen diese Aufgabe gerade zufällt: Sie muss nicht in einer Woche erledigt sein.

Diese Seite nennt Gesetzesstellen, damit Sie sie nachschlagen können. Sie ersetzt keine Rechtsberatung — die Beurteilung eines Einzelfalls hängt vom konkreten Vertrag und vom anwendbaren Recht ab.

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