Nicht kündigen — die Genehmigung verweigern
Das ist der entscheidende Unterschied, und er wird fast immer übersehen.
Schliesst eine minderjährige Person über sieben Jahren einen Vertrag ohne Zustimmung der gesetzlichen Vertreter, ist er in Deutschland grundsätzlich schwebend unwirksam. Er wird erst durch die Genehmigung wirksam — und mit der Verweigerung endgültig unwirksam.
Eine Kündigung würde dagegen voraussetzen, dass ein wirksamer Vertrag besteht, und könnte als konkludente Genehmigung gedeutet werden. Sie ist also nicht nur der schwächere, sondern der falsche Weg.
Die richtige Erklärung lautet: „Ich verweigere als gesetzlicher Vertreter die Genehmigung des von [Name] am [Datum] geschlossenen Vertrags. Der Vertrag ist damit unwirksam."
Die Ausnahme, die zu prüfen ist
Nach dem sogenannten Taschengeldparagraphen (§ 110 BGB) kann ein Vertrag wirksam sein, wenn die minderjährige Person ihn mit Mitteln bewirkt hat, die ihr zur freien Verfügung überlassen wurden.
Bei einem Abonnement greift das in der Regel nicht ohne Weiteres: Die Vorschrift setzt voraus, dass die Leistung vollständig bewirkt wurde. Bei einem Dauerschuldverhältnis mit wiederkehrenden künftigen Zahlungen ist das typischerweise nicht der Fall.
Die Beurteilung hängt vom Einzelfall ab.
Österreich und Schweiz
Österreich: Vergleichbare Systematik mit abgestuften Geschäftsfähigkeiten nach Alter; Verträge Minderjähriger bedürfen je nach Alter und Umfang der Zustimmung.
Schweiz: Urteilsfähige Minderjährige bedürfen für Verpflichtungsgeschäfte grundsätzlich der Zustimmung des gesetzlichen Vertreters (Art. 19 ZGB). Ohne Zustimmung oder nachträgliche Genehmigung entfaltet der Vertrag keine Wirkung.
Der praktische Sonderfall: In-App-Käufe
Wenn das Abo über ein Plattformkonto der Eltern läuft, ist die Lage anders: Der Vertragspartner ist dann möglicherweise das Elternteil, dessen Zahlungsmittel hinterlegt war.
Hier führt der Weg zunächst über die Rückerstattungsverfahren der Plattform. Apple und Google haben dafür eigene Prozesse, die bei nachweislichen Käufen durch Kinder häufig zum Erfolg führen — unabhängig von der rechtlichen Bewertung.
Was Sie danach einrichten sollten
Kaufbeschränkungen und Passwortabfrage für Käufe im Plattformkonto. Beide Plattformen bieten das in den Familieneinstellungen. Das ist die einzige Massnahme, die den Fall dauerhaft verhindert.