Warum ein monatlicher Rhythmus nicht hilft
Eine monatliche Durchsicht klingt gründlicher und ist es nicht. Sie deckt immer denselben Ausschnitt ab: die Abos, die in diesem Monat abgebucht wurden. Jahresabos erscheinen in elf von zwölf Durchsichten überhaupt nicht.
Wer monatlich prüft, gewinnt vor allem das Gefühl, es im Griff zu haben — bei gleichbleibendem blinden Fleck.
Die jährliche Durchsicht: was sie abdecken muss
Zwölf Monate Kontoauszüge, nicht drei. Das ist der einzige Zeitraum, in dem jedes Jahresabo mindestens einmal auftaucht.
Dazu die Abo-Listen von Apple, Google und PayPal, die unabhängig vom Zeitraum den aktuellen Stand zeigen.
Ein sinnvoller Termin dafür ist der Jahreswechsel oder der Zeitpunkt, an dem ohnehin Unterlagen für die Steuererklärung zusammengesucht werden — dann liegen die Kontoauszüge bereits vor.
Die zwei Anlässe, die wichtiger sind
Kartenerneuerung. Wenn eine Karte abläuft, scheitern alle daran hängenden Abbuchungen. Die Anbieter melden sich und bitten um Aktualisierung. Das ist die einzige Situation, in der vergessene Abos sich von selbst zu erkennen geben.
Nutzen Sie das: Aktualisieren Sie die Daten nicht reflexhaft überall, sondern entscheiden Sie pro Abo. Wer nichts tut, hat gekündigt — faktisch, wenn auch nicht rechtlich. Die formelle Kündigung sollte trotzdem erfolgen, damit keine offene Forderung entsteht.
Mitteilung über eine Preisänderung. Sie enthält häufig ein Sonderkündigungsrecht mit kurzer Frist. Wer sie liegen lässt, verliert die Gelegenheit — und zwar meist, bevor die Erhöhung auf dem Kontoauszug sichtbar wird.
Der dritte Anlass: jeder Abschluss
Die wirksamste Prüfung findet nicht später statt, sondern sofort. Beim Abschluss eines Abos sind drei Angaben verfügbar, die später mühsam zu rekonstruieren sind: Verlängerungsdatum, Kündigungsfrist und Abschlussort.
Wer sie in dem Moment festhält, in dem sie ohnehin auf dem Bildschirm stehen, spart sich die halbe jährliche Durchsicht.
Was eine Prüfung nicht leisten kann
Sie findet Abos. Sie ändert nichts an ihnen. Der häufigste Endzustand einer Abo-Inventur ist eine vollständige Liste und keine einzige Kündigung — weil der Kündigungstermin bei den meisten Verträgen nicht am Tag der Durchsicht liegt.
Deshalb gehört zu jeder Prüfung ein zweiter Schritt: pro Abo den nächsten möglichen Kündigungstermin notieren. Ohne diesen Schritt wiederholt sich die Inventur im nächsten Jahr mit demselben Ergebnis.