Der häufigste Kündigungsfehler
Nicht der Text, nicht die Frist, sondern der Ort. Ein über einen App-Store abgeschlossenes Abo wird dort gekündigt. Eine Kündigung in der App des Anbieters beendet meist nur das Nutzerkonto — die Abrechnung läuft weiter.
Genau daraus entsteht der Fall, der als „ich habe doch gekündigt" erlebt wird.
Wie Sie den richtigen Ort finden
Sehen Sie sich den Buchungstext auf dem Kontoauszug an:
- ·Nennt er den Anbieter? Dann läuft die Abrechnung direkt, und Sie kündigen beim Anbieter.
- ·Nennt er eine Plattform? Dann kündigen Sie dort.
- ·Nennt er einen Zahlungsdienst? Dann prüfen Sie dessen Übersicht wiederkehrender Zahlungen — die zugrunde liegende Abrechnung kann trotzdem beim Anbieter liegen.
Zweite Quelle: die Bestellbestätigung. Sie nennt, worüber abgeschlossen wurde.
Die vier Orte
Beim Anbieter direkt. Über den Kündigungsbutton, die Kontoeinstellungen oder schriftlich. Bei deutschen Anbietern muss bei online geschlossenen Verbraucherverträgen eine Kündigungsschaltfläche vorhanden sein (§ 312k BGB).
Apple: Einstellungen → eigener Name → Abonnements.
Google Play: Play Store → Profilbild → Zahlungen und Abos → Abos.
Beim Wiederverkäufer. Bei über Mobilfunkanbieter oder Handelsketten abgeschlossenen Abos ist der Vertragspartner nicht der Dienst selbst.
Was nicht kündigt
Das Löschen der App. Die Abrechnung hängt am Konto, nicht am installierten Programm.
Das Löschen des Nutzerkontos beim Anbieter. Bei App-Store-Abos bleibt die Abrechnung unberührt — und Sie verlieren zusätzlich den Zugang zu den Rechnungen.
Die Sperrung der Karte. Sie verhindert die Zahlung, nicht den Vertrag.
Wenn Sie es nicht herausfinden
Kündigen Sie an beiden in Frage kommenden Stellen. Das kostet nichts und schliesst die Frage aus, ob der richtige Empfänger adressiert war.