Abonnements bei Karten- oder Bankwechsel umstellen
Anbieterangaben und Rechtsstand, nach Land getrennt. Verantwortlich für den Inhalt ist Leutrim Miftaraj, Innopulse Consulting GmbH, Zug. Wie wir recherchieren und korrigieren
Ein Kartenwechsel wirkt harmlos und ist der häufigste Auslöser für unbemerkte Vertragsstörungen. Der Vertrag läuft weiter, nur die Zahlung nicht — mit dem Ergebnis, dass Forderungen auflaufen, während der Zugang teils schon gesperrt ist.
Besonders unangenehm ist das bei Abos, die man selten aktiv nutzt: Die Sperrung fällt gar nicht auf, die Mahnung kommt trotzdem.
Schritt für Schritt
- 1
Zwölf Monate Kartenabrechnungen durchgehen
Nicht drei. Jahresabos schlagen nur einmal auf und werden bei kürzeren Zeiträumen zuverlässig übersehen — sie sind zugleich diejenigen mit den höchsten Beträgen.
- 2
Sammelbelastungen aufschlüsseln
Bei «APPLE.COM/BILL» oder «GOOGLE» stecken oft mehrere Abos hinter einer Position. Die einzelnen Abos finden Sie nur in den Abo-Einstellungen des jeweiligen Kontos.
- 3
Neues Zahlungsmittel hinterlegen, solange die alte Karte noch gilt
Nicht danach. Nach dem Ablauf laufen Belastungen fehl, und manche Anbieter sperren den Zugang, bevor sie eine zweite Belastung versuchen.
- 4
Nach der Umstellung eine Abrechnungsperiode kontrollieren
Prüfen Sie beim nächsten Abrechnungslauf, ob alle Abos auf der neuen Karte erscheinen. Was fehlt, wurde übersehen — und läuft gerade in eine Mahnung.
- 5
Bei einem Bankwechsel zusätzlich Lastschriften prüfen
Lastschriften laufen über die IBAN, nicht über die Karte, und sind eine getrennte Liste. Beide Wege müssen einzeln durchgegangen werden.
- 6
Die Gelegenheit für einen Kassensturz nutzen
Wer ohnehin alle Abos durchgeht, sollte bei jedem die Frage stellen: In den letzten drei Monaten genutzt? Der Kartenwechsel ist der natürliche Zeitpunkt dafür.
Was hier am häufigsten schiefgeht
- •Nur drei Monate Abrechnungen prüfen und die Jahresabos übersehen
- •Erst umstellen, wenn die alte Karte bereits ungültig ist
- •Die Sammelbelastungen von Apple und Google nicht aufschlüsseln
- •Nach der Umstellung nicht kontrollieren
- •Annehmen, eine fehlgeschlagene Belastung beende den Vertrag
Rechtslage in der DACH-Region
Schweiz
OR / ZGBEine fehlgeschlagene Zahlung beendet den Vertrag nicht. Die Forderung bleibt bestehen; je nach AGB können Mahngebühren anfallen. Das Sperren einer Karte ist keine Kündigung.
Deutschland
BGBDasselbe gilt. Zusätzlich können bei Rücklastschriften Entgelte anfallen, soweit sie den tatsächlichen Aufwand nicht übersteigen.
Österreich
ABGB / KSchG / FAGGDasselbe gilt. Auch hier beendet eine gescheiterte Zahlung den Vertrag nicht.
Diese Darstellung dient der Orientierung und ersetzt keine Rechtsberatung. Für die Beurteilung eines Einzelfalls ist eine Rechtsanwältin oder ein Rechtsanwalt zuständig.
Häufige Fragen
Endet ein Abo, wenn die Karte abläuft?
Nein. Der Vertrag läuft weiter, die Forderung bleibt bestehen. Je nach Anbieter wird der Zugang gesperrt, während die Forderung weiter aufläuft — die schlechteste aller Kombinationen.
Kann ich ein Abo kündigen, indem ich die Karte sperre?
Nein. Das ist der verbreitetste Irrtum in diesem Bereich. Die Sperre stoppt die Belastung, nicht den Vertrag — die Forderung kommt als Mahnung zurück.
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Vom Lesen zum Überblick
Der schnellste Weg, das hier Gelesene anzuwenden: alle Abos an einem Ort erfassen und die Jahressumme sehen. Zwei Minuten, kostenlos, keine Bankverbindung nötig.
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