Zahlung und Vertrag sind zwei verschiedene Dinge
Ein Abonnement ist ein Vertrag. Die Abbuchung ist nur der Weg, auf dem die daraus folgende Forderung beglichen wird. Wird dieser Weg blockiert, entfällt die Forderung nicht — sie bleibt offen.
Der Anbieter wird sie geltend machen: zunächst mit einer Zahlungsaufforderung, dann mit einer Mahnung, gegebenenfalls über ein Inkassobüro. Jeder dieser Schritte kann zusätzliche Kosten auslösen.
Am Ende zahlt man mehr als vorher, ohne dass der Vertrag beendet wäre.
Die Varianten dieses Irrtums
Alle folgenden Massnahmen haben dieselbe Wirkung — nämlich keine auf den Vertrag:
- ·Die Kreditkarte sperren lassen
- ·Das Konto wechseln, ohne die Änderung mitzuteilen
- ·Ein SEPA-Mandat bei der Bank widerrufen
- ·Das Guthaben auf einer Prepaid-Karte aufbrauchen
- ·Die Zahlungsdaten im Anbieterkonto löschen
Der letzte Punkt ist besonders tückisch, weil er sich nach einer Handlung im richtigen System anfühlt. Er ist es nicht: Die Zahlungsdaten zu entfernen kündigt nichts.
Was tatsächlich zu tun ist
- Kündigen, mit dem Zusatz "zum nächstmöglichen Zeitpunkt", und um Bestätigung mit konkretem Vertragsende bitten.
- Offene Beträge begleichen, die vor dem Vertragsende fällig geworden sind. Sie sind geschuldet, unabhängig davon, wie unerwünscht das Abo war.
- Erst danach die Zahlungsdaten entfernen, wenn überhaupt.
Wann eine Zahlungssperre sinnvoll ist
Es gibt einen Fall, in dem sie eine Rolle spielt: bei Abbuchungen aus einem Vertrag, der nie wirksam zustande gekommen ist — etwa nach einer untergeschobenen Bestellung.
Auch dann ist die Sperre nur die flankierende Massnahme. Der Kern ist ein schriftlicher Widerspruch gegen die Forderung, in dem das Bestehen des Vertrags bestritten wird. Wer nur die Zahlung blockiert, ohne zu widersprechen, muss sich später mit einem Mahnverfahren auseinandersetzen, in dem seine Position nicht dokumentiert ist.
Die Rückbuchung als Sonderfall
Bei SEPA-Lastschriften besteht ein Widerspruchsrecht innerhalb einer festgelegten Frist ab Belastung; bei nicht autorisierten Lastschriften ist die Frist länger. Das ist ein wirksames Instrument gegen fehlerhafte Abbuchungen.
Aber auch hier gilt: Die Rückbuchung korrigiert eine Zahlung. Sie beendet keinen Vertrag.