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Recht

Kann ich ein Abo widerrufen?

Kurz beantwortet

In Deutschland und Österreich besteht bei online geschlossenen Verbraucherverträgen ein Widerrufsrecht von vierzehn Tagen ab Vertragsschluss. In der Schweiz gibt es für Online-Verträge kein allgemeines gesetzliches Widerrufsrecht — dort gilt nur, was der Anbieter freiwillig einräumt. Widerruf und Kündigung sind zwei verschiedene Dinge.

Von AboTracker RedaktionZuletzt geprüft am

Rechtsangaben mit Fundstelle, nach Land getrennt. Verantwortlich für den Inhalt ist Leutrim Miftaraj, Innopulse Consulting GmbH, Zug. Wie wir recherchieren und korrigieren

Deutschland und Österreich: vierzehn Tage

Bei Fernabsatzverträgen mit Verbrauchern besteht ein Widerrufsrecht von vierzehn Tagen. In Deutschland folgt es aus §§ 312g, 355 BGB, in Österreich aus dem FAGG.

Die Frist beginnt mit dem Vertragsschluss — bei Dienstleistungen und digitalen Diensten, nicht erst mit dem Ende einer Testphase. Das ist der Punkt, der am häufigsten falsch verstanden wird: Wer eine dreissigtägige Testphase nutzt und am zwanzigsten Tag widerrufen will, hat kein Widerrufsrecht mehr, sondern nur noch die reguläre Kündigung.

Fehlt die Widerrufsbelehrung oder ist sie fehlerhaft, verlängert sich die Frist — in Deutschland auf bis zu zwölf Monate und vierzehn Tage.

Zwei Ausnahmen, die häufig greifen

Vorzeitiger Leistungsbeginn. Wer ausdrücklich zustimmt, dass die Leistung vor Ablauf der Widerrufsfrist beginnt, und dies bestätigt, kann seinen Anspruch verlieren beziehungsweise Wertersatz schulden. Diese Zustimmung wird beim Abschluss standardmässig abgefragt.

Digitale Inhalte. Bei der Bereitstellung digitaler Inhalte, die nicht auf einem körperlichen Datenträger geliefert werden, kann das Widerrufsrecht bei ausdrücklicher Zustimmung und Kenntnisnahme des Verlusts vorzeitig erlöschen.

Praktisch heisst das: Bei den meisten Streaming- und Software-Abos ist das Widerrufsrecht durch die beim Abschluss erteilte Zustimmung eingeschränkt.

Schweiz: kein allgemeines Widerrufsrecht

Das Schweizer Recht kennt kein allgemeines Widerrufsrecht für online geschlossene Verträge. Art. 40a ff. OR erfassen Haustürgeschäfte und telefonisch angebahnte Verträge; der gewöhnliche Online-Abschluss fällt nicht darunter.

Räumt ein Anbieter freiwillig ein Rückgaberecht ein, gilt dieses — es ist dann eine vertragliche, keine gesetzliche Zusage.

Der Unterschied zur Kündigung

Widerruf beseitigt den Vertrag rückwirkend. Es ist, als wäre er nie geschlossen worden. Er ist an eine kurze Frist gebunden.

Kündigung beendet den Vertrag für die Zukunft. Was bis dahin lief, bleibt geschuldet. Sie ist jederzeit im Rahmen der vereinbarten Fristen möglich.

Nach Ablauf der Widerrufsfrist bleibt nur die Kündigung. Ein "Widerruf" nach drei Monaten ist der Sache nach eine Kündigung und wird auch so behandelt.

Für die Praxis

Wer unsicher ist, formuliert beides: "Ich widerrufe den Vertrag, hilfsweise kündige ich ihn zum nächstmöglichen Zeitpunkt." Damit ist der Fall abgedeckt, dass die Widerrufsfrist bereits abgelaufen war.

Diese Seite nennt Gesetzesstellen, damit Sie sie nachschlagen können. Sie ersetzt keine Rechtsberatung — die Beurteilung eines Einzelfalls hängt vom konkreten Vertrag und vom anwendbaren Recht ab.

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