Warum es keine Sammelkündigung gibt
Jedes Abo ist ein eigener Vertrag mit einem eigenen Vertragspartner. Eine Kündigung ist eine Erklärung gegenüber diesem Partner. Es gibt keine Stelle, die Erklärungen an mehrere Unternehmen gleichzeitig abgeben könnte.
Was es gibt, ist eine sinnvolle Reihenfolge.
Schritt 1: nach Abschlussort sortieren
Nicht nach Betrag, nicht nach Ärgernis. Nach dem Ort, an dem gekündigt wird:
- ·App-Store-Abos — alle in einer Liste, jeweils zwei Klicks
- ·Abos mit Kündigungsbutton — bei deutschen Anbietern für online geschlossene Verbraucherverträge vorgeschrieben
- ·Abos im Kundenkonto — Kündigung über die Kontoeinstellungen
- ·Abos per Brief oder E-Mail — der aufwendigste Teil
Diese Sortierung ist der eigentliche Zeitgewinn: Die erste Gruppe ist in wenigen Minuten erledigt und umfasst bei den meisten Haushalten den grössten Teil.
Schritt 2: die erste Gruppe abarbeiten
Apple: Einstellungen → eigener Name → Abonnements. Google Play: Play Store → Profilbild → Zahlungen und Abos → Abos.
Beide Listen zeigen alle laufenden Abos der jeweiligen Plattform an einer Stelle. Der Zugang bleibt bis zum Ende der bezahlten Periode bestehen.
Schritt 3: die letzte Gruppe vorbereiten
Für Kündigungen per Brief oder E-Mail einen Text einmal schreiben und pro Vertrag nur die Angaben austauschen: Anbieter, Anschrift, Vertragsnummer, Kündigungstermin.
Fehlt die Vertragsnummer, identifizieren Sie sich über die E-Mail-Adresse des Kontos, die letzten Abbuchungen mit Datum und Betrag und die Mandatsreferenz vom Kontoauszug. Die Mandatsreferenz ist die stärkste dieser Angaben.
Schritt 4: was nicht sofort geht, bekommt ein Datum
Bei Verträgen mit Mindestlaufzeit wirkt die Kündigung erst zum nächsten Termin. Kündigen Sie trotzdem sofort — der Termin kommt, und wer wartet, verschiebt ihn um eine ganze Periode.
Für alles, was noch nicht gekündigt werden kann: den letzten möglichen Kündigungstag notieren. Vertragsende minus Frist minus Puffer für den Postweg.
Zu Kündigungsdiensten
Es gibt Anbieter, die Kündigungen im Auftrag versenden. Was Sie dabei bedenken sollten:
- ·Sie brauchen eine Vollmacht und Ihre Vertragsdaten.
- ·Der Zustellnachweis liegt beim Dienst, nicht bei Ihnen. Im Streitfall brauchen Sie ihn — lassen Sie sich Kopien geben.
- ·Die Kündigungsbestätigung des Anbieters sollte an Sie gehen, nicht nur an den Dienst.
Bei App-Store-Abos sind solche Dienste ohnehin ohne Nutzen, weil die Kündigung dort in der Liste erfolgt und niemand sie für Sie ausführen kann.
Der Fehler, der die Sache teurer macht
Alles auf einmal zu kündigen. Das führt regelmässig dazu, dass innerhalb weniger Wochen zwei Dienste neu abgeschlossen werden — häufig zum regulären Preis statt zum bisherigen Aktionstarif.
Besser: Beginnen Sie mit den Diensten, die nachweislich nicht genutzt wurden. Der Wiedergabe- oder Anmeldeverlauf im jeweiligen Konto zeigt das zuverlässiger als die eigene Einschätzung.